Dinge des Wissens - Das "Schwäbische Medusenhaupt" im Zeichen der "Sündflut"

Das "Schwäbische Medusenhaupt" im Zeichen der "Sündflut"

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1700 wurde in Ohmden bei Boll in Württemberg eine Schieferplatte mit zahlreichen Versteinerungen gefunden. Der Stuttgarter Hofprediger und Doktor der Theologie, Eberhard Friedrich Hiemer (1682–1727), erkannte sie als Seelilien-Fossil und beschrieb es als »Schwäbisches Medusenhaupt« bzw. »Schwabens Medusenhaupt« (Caput Medusae).

Hiemer erklärte das sehr weit vom Meer entfernte Vorkommen in Württemberg mit der »Sündflut, deren Schwall ihm für die Überbrückung jeglicher Entfernung groß genug erschien«. Hiemer war Vertreter der sog. »Diluvianer«, eine von der Kirche unterstützte Gemeinschaft, die das Vorhandensein von Fossilien mit der biblischen Sintflut erklärte.

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