Dinge des Wissens - Die Institutionalisierung des Bücherraubs – unrechtmäßige Erwerbungen der Universitätsbibliothek im »Dritten Reich«

Die Institutionalisierung des Bücherraubs – unrechtmäßige Erwerbungen der Universitätsbibliothek im »Dritten Reich«

buecherraub
Im Nationalsozialismus wurden durch Organe der NSDAP bzw. des Staates planmäßig Bücher bei verbotenen und aufgelösten Organisationen sowie von Emigranten und jüdischen Mitbürgern geraubt. Hinzu kam der Raub »erbeuteter« Bücher in den besetzten Gebieten. Ein Teil von ihnen findet sich noch heute in wissenschaftlichen Bibliotheken.
In dem Projekt »Ermittlung und Restitution von NS-Raubgut der SUB Göttingen« (2008–2011) hat die Bibliothek aus ca. 100.000 Erwerbungen der Jahre 1933–1950 rund 1.000 eindeutige bzw. verdächtige Raubgutfälle in ihren Beständen ermittelt, im Katalog gekennzeichnet und der Internet-Datenbank Lost Art gemeldet. Sofern Vorbesitzer bzw. deren Erben ermittelt werden können, wird ihnen die Rückgabe der Werke angeboten.

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